Paul Tillich - Zitate

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Paul Tillich (1886-1965)

deutscher prot. Theologe und Religionsphilosoph

Überprüft

Zugeschrieben

  • "Da weder Ekstase noch Wunder die erkennende Vernunft zerstören, sind wissenschaftliche Analyse, psychologische und physikalische wie historische Untersuchung möglich und notwendig. Sie untergräbt den Aberglauben und die dämonischen Interpretationen der Offenbarung, der Ekstase und des Wunders. Naturwissenschaft, Psychologie und Geschichte sind Verbündete der Theologie im Kampf gegen die supranaturalistischen Entstellungen der echten Offenbarung. Wissenschaftliche Erklärung und historische Kritik schützen die Offenbarung; sie können sie nicht auflösen, denn die Offenbarung gehört einer Dimension der Wirklichkeit an, für die wissenschaftliche und historische Analysen nicht adäquat sind. Die Offenbarung ist die Manifestation der Tiefe der Vernuft und des Seinsgrundes. Sie weist hin auf das Mysterium der Existenz und auf das, was uns unbedingt angeht."
  • "Offenbarungserkenntnis kann nicht mit gewöhnlicher Erkenntnis in Widerspruch geraten, ebenso kann gewöhnliche Erkenntnis nicht mit Offenbarungserkenntnis in Widerspruch geraten. Und es war beschämend für die Theologie, als sich die Theologen aus theologischen Gründen vor neuen wissenschaftlichen Theorien fürchteten, als sie versuchten, sich so lange wie möglich ihnen zu widersetzen, und schließlich kapitulierten, als sich ihr Widerstand als sinnlos erwiesen hatte. Dieser unangebrachte Widerstand der Theologen - von der Zeit Galileis bis zu der Zeit Darwins - war eine der Ursachen für die Kluft zwischen Religion und profaner Kultur während der letzten Jahrhunderte. Die gleiche Situation besteht in Hinblick auf die historische Forschung. Die Theologen haben keinen Grund, sich vor historischen Forschungsergebnissen zu fürchten; denn die Offenbarungswahrheit liegt in einer Dimension, in der sie durch die Geschichtsschreibung weder bejaht noch verneint werden kann."