C.G. Jung - Zitate

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C.G. Jung (1875-1961)

Schweizer Psychologe und Psychiater
vollständig: Carl Gustav Jung

Überprüft

  • "Aber nur der ist ein genialer Philosoph, dem es gelungen ist, die primitive und bloß natürliche Vision zur abstrakten Idee und zum bewussten Allgemeingut zu erheben." - Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten
  • "Alle Menschen beobachten Dinge, die ihnen ungewohnt sind, schlecht. [...] Die menschliche Beobachtung leistet nur dann etwas, wenn sie für ein bestimmtes Gebiet geübt ist." - Synchronisation, Akausalität und Okkultismus
  • "Da Nachprüfen und Nachdenken so umständlich und schwierig sind, so urteilt man lieber unbeschwert und realisiert nicht, dass man bloß projiziert und somit sich selber zum Opfer eines närrischen Illusionstricks macht." - Synchronisation, Akausalität und Okkultismus
  • "Das Christentum gab eine bestimmte Richtung unter Ausschließung aller anderen möglichen Richtungen." - Gesammelte Werke, Band 6
  • "Dass viele Spiritisten mit ihrer »Wissenschaft« und »wissenschaftlichen Erkenntnis« renommieren, ist natürlich arger Unfug. Diesen Leuten fehlt es nicht bloß an Kritik, sondern auch an elementarsten psychologischen Kenntnissen. Sie wollen im Grunde genommen übrigens auch nicht belehrt sein, sondern bloß glauben, was in Ansehung der menschlichen Unvollkommenheit eine naive Unbescheidenheit ist." - Synchronisation, Akausalität und Okkultismus
  • "Der Irrationale macht dies abschätzige Urteil wett durch den Eindruck, den ihm der Rationale macht: er sieht ihn als etwas nur Halblebendiges an, dessen einziger Lebenszweck darin besteht, allen Lebendigen Vernunftfesseln anzulegen und ihm mit Urteilen den Hals zuzuschnüren. Das sind natürlich krasse Extreme, aber sie kommen vor." - Gesammelte Werke, Band 6
  • "Die Antike konnte Körper und Seele noch zusammenschauen als eine ungetrennte Einheit, weil eben der heidnische Mensch jender primitiven Urzeit näher stand, wo noch kein Riss durch die Persönlichkeit ging und wo der Mensch noch als ungeteilte Einheit in kindlicher Unschuld und Unverantwortlichkeit erleben konnte." - Gesammelte Werke, Band 6
  • "Die bewusste Einstellung ist immer zum mindesten eine Art Weltanschauung, wenn sie nicht geradezu eine Religion ist." - Gesammelte Werke, Band 6
  • "Die Empfindung stellt fest, was tatsächlich vorhanden ist. Das Denken ermöglicht uns zu erkennen, was das Vorhandene bedeutet, das Gefühl, was es wert ist, und die Intuition schließlich weist auf die Möglichkeiten des Woher und Wohin, die im gegenwärtig Vorhandenen liegen." - Gesammelte Werke, Band 6
  • "Die Forderung, dass er [der Beobachter] nur objektiv sehe, ist gar nicht zu erheben; denn das ist unmöglich. Wenn man nicht zu subjektiv sieht, so dürfte man schon zufrieden sein. […] Insofern befähigt der Balken im eigenen Auge geradezu zur Auffindung des Splitters in des Bruders Auge." - Gesammelte Werke, Band 6
  • "Die Menschheit ist in der großen Hauptsache psychologisch noch in einem Kindheitszustand - eine Stufe, die nicht übersprungen werden kann. Weitaus die meisten befürfen der Autorität, der Führung und des Gesetzes. Diese Tatsache darf nicht übersehen werden. Die paulinische Überwindung des Gesetzes fällt nur dem zu, der es versteht, anstelle des Gewissens die Seele zu setzen." - Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten
  • "Die menschliche Psychologie ist bekanntlich chamäleonartig, das erfährt der praktische Psychologe alltäglich." - Gesammelte Werke, Band 6
  • "Die Tatsache, dass jederman meint, seine Psychologie sei der Maßstab aller Dinge, und, wenn dieser Jedermann dann zufällig ein Flachkopf sein sollte, dass ein solches Problem in seiner Beobachtung überhaupt nicht vorkommt, kann den Psychologen nicht weiter kümmern, denn er muss objektiv vorkommenden Dinge so nehmen, wie sie sind, ohne sie zugunsten einer subjektiven Voraussetzung zu verkrüppeln." - Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten
  • "Die unbewussten Funktionen befinden sich in einem archaisch-animalischen Zustand. Ihre in Träumen und Phantasien auftretenden symbolischen Ausdrücke stellen meistens den Kampf oder das Gegenübertreten zweier Tiere oder zweier Monster dar." - Gesammelte Werke, Band 6
  • "Eine Einteilung der Menschen aber, an deren Gültigkeit nur ich glaube, die aber jeder andere bestreitet, ist genau so gut wie eine universelle Kirche, deren einziges Mitglied ich selber bin. Es müssen daher Kriterien aufgefunden werden, welche nicht nur das urteilende Subjekt, sondern auch das beurteilende Objekt als verbindlich annimmt." - Gesammelte Werke, Band 6
  • "Eine große Gesellschaft, aus lauter trefflichen Menschen zusammengesetzt, gleicht an Moralität und Intelligenz einem großen, dummen und gewaltätigen Tier. Je größer nämlich die Organisationen sind, desto unvermeidlicher ist auch ihre Immoralität und blinde Dummheit. (Senatus bestia, senatores boni viri.)" - Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten
  • "Eine wirklich wissenschaftliche Einstellung muss vorausetzungslos sein." - Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten
  • "Er [der Introvertierte] schätzt den subjektiven Faktor zu niedirg ein und wird dafür von Minderwertigkeitsgefühlen heimgesucht. Es ist daher kein Wunder, dass gerade in unserer Zeit und besonders in jenen Bewegungen, die der Gegenwart um einiges voraneilen, der subjektive Faktor sich übertriebener und darum in geschmackloser und karikierter Weise äußert. Ich meine die heutige Kunst." - Gesammelte Werke, Band 6
  • "Es gibt Wahrheiten, die erst übermorgen wahr sind, und solche, die noch gestern war waren - und solche, die in keiner Zeit wahr sind." - Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten
  • "Es ist eine Tatsache, die mir in meiner praktischen Arbeit immer wieder überwältigend entgegentritt, dass der Mensch nahezu unfähig ist, einen anderen Standpunkt als seinen eigenen zu begreifen oder gelten zu lassen. [...] Eine Basis zur Schlichtung des Streites der Auffassung könnte nach meiner Überzeugung die Anerkennung von Typen der Einstellung sein, aber nicht nur der Existenz solcher Typen, sondern auch der Tatsache, dass jeder in seinem Typus bis zu dem Grade befangen ist, dass er des völligen Verständnisses des anderen Standpunktes unfähig ist." - Gesammelte Werke, Band 6
  • "Es muss jemand schon einen sehr getrübten Blick haben oder aus einer sehr nebelhaften Distanz die menschliche Gesellschaft anschauen, wenn er meinen sollte, dass durch gleichmäßige Regulierung des Lebens eine gleichmäßige Verteilung des Glücks erzielt werden könne." - Gesammelte Werke, Band 6
  • "Gott über Gott... ein Gott, von dem Ihr nicht wusstet, denn die Menschen vergaßen ihn. Wir nennen ihn mit seinem Namen Abraxas. Er ist noch unbestimmter als Gott und Teufel." - Septem Sermones ad Mortuos, 1916
  • "Im allgemeinen wird ein urteilend [judging] eingestellter Beobachter eher den bewussten Charakter erfassen, während ein wahrnehmender [perceiving] eingestellter Beobachte mehr durch den unbewussten Charakter beeinflusst wird; denn das Urteil interessiert sich mehr für die bewusste Motivierung des psychischen Geschens, während die Wahrnehmung mehr das bloße Geschehen registriert." - Gesammelte Werke, Band 6
  • "Irrationalität ist eine Untugend des Denkens und Fühlens, Rationalität eine Untugend des Empfindens und Intuierens." - Gesammelte Werke, Band 6
  • "Man sieht, was man am besten aus sich sehen kann."- Gesammelte Werke, Band 6
  • "Natürlich denkt jede Zeit, alle früheren Zeiten seien voreingenommen gewesen, und heute denkt man dies mehr denn je und hat damit ebenso unrecht wie alle früheren Zeiten, die so dachten. Wie oft schon hat man es erlebt, dass die Wahrheit verdammt wurde. Es ist traurig, aber leider wahr, dass der Mensch aus der Geschichte nichts lernt. Diese Tatsache wird uns die größten Schwierigkeiten bereiten, denn wenn wir uns anschicken, in einer so dunklen Sache ein irgendwie erleuchtetes Erfahrungsmaterial zu sammeln, so werden wir es ganz sicher dort finden, wo alle Autoritäten uns versichert haben, dass nichts zu finden sei." - Synchronizität, Akausalität und Okkultismus
  • "Ohne Freiheit kann es keine Sittlichkeit geben." - Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten
  • "Unsere furchbaren Götter haben nur den Namen gewechselt, sie reimen jetzt auf »-ismus«" - Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Unbewussten
  • "Unsere Psychologie muss ans Leben heranreichen, sonst bleiben wir einfach im Mittelalter stecken." - Gesammelte Werke, Band 6
  • "Was wir für eine spezifisch abendländische Erfindung halten, nämlich die Psychoanalyse und die von ihr ausgehenden Anregungen, so ist sie ein Anfängerversuch im Vergleiche mit dem, was im Osten altgeübte Kunst ist." - Gesammelte Werke, Band 10, S. 109 "Das Seelenproblem des modernen Menschen"
  • "Weil die Seele das Unmittelbare selber ist, weil wir selber sogar Seele sind, so können wir kaum anders als annehmen, dass wir auf gründlichste, nachhaltigste und unzweifelhafteste damit bekannt seien. Daher hat auch jedermann nicht nur seine Meinung über Psychologie, sondern auch die Überzeugung, dass er es selbstverständlich besser wisse." - Gesammelte Werke, Band 6
  • "Wer uns nach unserem Affekt beurteilt, dem werden wir gerne Verständnislosigkeit, ja Ungerechtigkeit vor. Das verpflichtet uns aber auch, den anderen nicht nach dem Affekt zu beurteilen." - Gesammelte Werke, Band 6
  • "Wir sehen Farben, aber keine Wellenlängen." - Gesammelte Werke, Band 6
  • "Zur Abwehr der Zweifel wird die bewusste Einstellung fanatisch, denn Fanatismus ist nichts anderes als überkompensierter Zweifel." - Gesammelte Werke, Band 6
  • "Er [der Lehrer] hat bereits erfahren, dass der leerste Kopf, der eine Methode gut nachbeten kann, der beste Schüler ist. Seine ganze Umgebung redet und lebt es ihm vor, dass aller Erfolg und alles Glück außen ist und dass man nur der richtigen Methode bedürfe, um das Gewünschte zu erreichen." - Gesammelte Werke, Band 6

Zugeschrieben

  • "Alles was uns an anderen mißfällt, kann uns zu besserer Selbsterkenntnis führen."
  • "Auch das glücklichste Leben ist nicht ohne ein gewisses Maß an Dunkelheit denkbar, und das Wort Glück würde seine Bedeutung verlieren, hätte es nicht seinen Widerpart in der Traurigkeit"
  • "Das Problem der Liebe gehört zu den großen Leiden der Menschheit, und niemand sollte sich der Tatsache schämen, dass er seinen Tribut daran zu zahlen hat."
  • "Denken ist schwer, darum urteilen die meisten."
  • "Ich erachte es für die vornehmste Aufgabe der Psychotherapie in unserer Gegenwart, unentwegt dem Ziel der Entwicklung des Einzelnen zu dienen."
  • "Man kann behaupten, daß die Mehrzahl der Religionen komplizierte Systeme der Vorbereitung des Todes sind."
  • "Titel sind eine billige Kompensation für persönliche Unzulänglichkeiten."
  • "Wo die Liebe herrscht, da gibt es keinen Machtwillen, und wo die Macht den Vorrang hat, da fehlt die Liebe. Das eine ist der Schatten des andern."
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